Für die Arbeit am Bild. Gegen seine Verfestigung.

Für die Arbeit am Wort. Gegen seine Verflüchtigung.

In Duisburg kommt der Dokumentarfilm zur Ruhe.
Im konzentrierten Sehen, das keine Ablenkung duldet.
Und im genauen Reden, das das Gesehene abwägt.
Anderswo werden Bilder zu Geld. In Duisburg werden aus Bildern Gedanken.
 
Die Filmwoche spürt dokumentarische Trends auf und bringt sie auf die Leinwand.
Sie ist ein Trockendock der theoretischen und ästhetischen Bestandsaufnahme des Genres und seiner Weiterentwicklung.

Zahlreiche Karrieren später renommierter Filmemacher nahmen hier ihren Ausgang und führten sie immer wieder zurück: An den Ort, wo sie als Autoren ernstgenommen werden und das Dokumentarische die intensive Beschäftigung erfährt, die es verdient.

Sennhauser Filmblog berichtet über die Filmwoche

Dienstag, 03. Nov 2009 (13:50)

Eine der ersten Reaktionen auf die Uraufführung von James Bennings “RUHR” kommt von Micheal Sennhauser in seinem Blog:

sennhauserfilmblog.ch

Entry Filed under: Allgemeines

4 Comments

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  • 1. Karlheinz  |  November 3rd, 2009 at 4:41 pm

    Wenn in den Eröffnungsreden bemängelt wurde, dass “die” Jugend nach acht Sekunden im Film einen Schnitt erwartet oder aber ansonsten ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwendet, so fühle ich mich auf einmal sehr jung. Die 10minütigen Standbilder brachten meine Aufmerksamkeit dazu, sich mit meinen Sitznachbarn zu unterhalten (so etwas verabscheue ich ansonsten im Kino, denn es stört das Abtauchen in die Filmwelt), die Augen sekundenlang zu schließen (so etwas würde ich sonst nie wagen, denn man könnte ja was im Film verpassen) oder intensiv über eine alternative Abendgestaltung nachzudenken (so etwas ist mir bisher nicht passiert, denn selbst bei schlechten Filmen konnte ich immer noch über den Film nachdenken).
    Sennhauser spricht davon: “Ruhr ist, je nach Ausgeschlafenheit und Abenteuerlust, eine grossartige Zumutung, oder ein Film, der einen zum Schauen zwingt.” Nicht wenige haben sich dem Zwang entzogen indem sie ihre Augen schlossen oder gar das Kino verließen. Da gibt es in der duisburger filmwoche jede Menge großartiger Zumutungen, aber was an diesem Dokumentarfilm großartig sei soll, vermag ich nicht zu erkennen. Insofern Großartig bedeutet, dass Denken anzukurbeln wie Sennhauser sagt, so bin ich gespannt, was nach dem Ankurbeln, denn so rausgekommen ist. Leider verrät weder Sennhauser noch James Benning uns ihr angekurbeltes Denken.

  • 2. dantob  |  November 4th, 2009 at 9:22 am

    Was dabei rauskommt ist wohl der eigene Film. Ob man darüber öffentlich Bericht erstatten muss, weiß ich nicht. Ich habe Benning zur Eröffnung verpaßt, gestern einmal kurz in 3sat geschaut (was aber per se schon nicht funktionieren kann im Medium Glotze mit starrer Blickachse), kenne aber ähnliche Filme von Ursula Wevers, die ich als hochspannend empfunden habe. Es hängt mit Sicherheit von der momentanen Disposition des Betrachters ab, ob der switch zum inneren Kino gelingt, aber wenn, dann kann es ziemlich anfangen zu sprudeln. Es ist also auf jeden Fall ein großartiges Angebot für aktives Kino (Flucht als Möglichkeit inbegriffen). Davon abgesehen - schlafen im Kino kann auch erholsam sein, warum denn nicht. Ich habe letztes Jahr Emigholz’ “Loos ornamental” verschlafen. Im Vergleich zu Benning war dieser Film geradezu hektisch.

  • 3. Sennhauser  |  November 8th, 2009 at 7:53 am

    Dazu kann ich ergänzend nur noch einmal auf Wim Wenders’ Diktum verweisen: Im Film schlafen, heisst, dem Film vertrauen. RUHR war für mich ein Erlebnis, das untrennbar mit der Duisburger Filmwoche verbunden bleiben wird. Solche Filme brauchen zwingend das Festival, die Festivalgänger, an keinem anderen Ort, nicht in der Schienenvorführung im kommunalen Kino und schon gar nicht am Fernsehen, bringt man die Bereitschaft für so etwas auf. Aber das gemeinschaftliche Erleben am Festival, wo man ja immer auch auf Enttäuschungen, Längen, Fehler und Zumutungen gefasst sein darf, das ist eben einzigartig und wird immer wertvoller, weil seltener. Ich habe gar nichts dagegen einzuwenden, wenn Filme den Festivalrahmen in ihr Konzept aufnehmen und sich damit zwei eigentlich überholte Kulturinstitutionen neu beleben.

  • 4. kollekta  |  November 18th, 2009 at 11:41 am

    will man ein festival vor die wand fahren so zeige man machwerke wie die von bennings.

    das war eine unverschämtheit!
    und zwar auch von einem publikum das sich so zum narren halten lies. dem künstler selber mach ich noch nicht mal einen vorwurf, denn alte männer entwickeln gerne mal skurile neigungen besonder wenn man sie hofiert und mit geld überhäuft.

    aber jemanden dem zum thema ruhr ein rauschender birkenwald in düsseldorf einfällt und obendrein noch beleidigt wird weil bei ihm beim scheißen der ton abgedreht wird, den sollte man(großer name hin und her) nie wieder einladen, das haben filmfreunde nicht verdient- nicht in paris und nicht in ruhrstadt - nirgendwo auf der welt!


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